Vor allem Chinchillas

Antje Schulte

Hört nicht auf das, was alle über Chinchillas sagen - auch Chinchillas kann man mit gutem Gewissen verwöhnen. Okay, natürlich nicht mit süßen und fettigen Sachen. Aber da bleiben noch so viele schöne Dinge...

Heu

Heu ist das Grundnahrungsmittel für Chinchillas, und deshalb sollte es so gut wie möglich sein. Chinchillas sind eher wählerisch, sie lassen Heu, das ihnen nicht schmeckt, einfach liegen. Deshalb ist es besser, gleich sehr gutes Heu zu kaufen, denn zur Dekoration oder zum demonstrativen Draufpinkeln haben wir es ja nicht gekauft, oder? Natürlich wissen wir alle von unzähligen Webseiten, dass Heu trocken, sauber und staubfrei sein soll und möglichst lecker riechen soll. Wahrscheinlich hat sich auch schon rumgesprochen, dass man so ein Heu sehr selten in Tierhandlungen kriegt, oder? Der Verdauungstrakt von Chinchillas ist dem von Pferden recht ähnlich, deshalb ist Heu, das Pferde bekommen, auch für Chinchillas sehr gut geeignet. Das beste ist daher, Heu einfach bei einem Reitstall zu schnorren/kaufen.

Wer keinen Reitstall in der Nähe hat, ist auf Tierhandlungen angewiesen - aber das ist wirklich schwierig. Ich habe sehr schlechte Erfahrungen mit den meisten Heusorten gemacht, viele erinnern eher an Stroh, sind viel zu trocken, viel zu alt, von sehr unterschiedlicher, meist schlechter Qualität, staubig und - langweilig. Chinchillas möchten frisches, duftendes Heu, das mehrere Grasarten und Kräuter enthält. "Bergwiesenheu", das in großen Tüten angeboten wird, ist meiner Erfahrung nach am besten, aber auch hier ist es wichtig, sich die Tüte genau anzuschauen, ob das Gras gut aussieht und ob es nicht nur Gräser, sondern auch Kräuter (erkennbar an den anders geformten Blättchen, oft eher rund, gezackt oder so, eben wie Löwenzahn und Co.) enthält. Da das "Bergwiesenheu" von unterschiedlichen Bauern kommt und auch je nach Jahreszeit immer anders ausfällt, muss man vielleicht ein paar Tüten anschauen. Und macht den Riechtest - drückt die Tüte zusammen und schnuppert, wenn das Heu aromatisch und würzig riecht, ist es gut, wenn es nach Staub oder gar nach Moder riecht, kauft woanders. Da Heu so unterschiedlich sein kann, macht es übrigens meiner Ansicht nach wenig Sinn, im Internet zu kaufen.

 

Mein Chinchilla will kein Heu fressen!

Ich habe den Eindruck, dass manche Chinchillas Heu einfach nicht mögen, weil sie als Jungtiere einfach keins kennengelernt haben. Das ist nicht gut, denn Heu ist reich an Mineralien und vor allem Fasern, es nutzt die Zähne ab und ist das, wofür der Chinchilladarm gebaut worden ist. Wenn ein Chinchilla kein Heu essen möchte, obwohl es das beste Heu der Welt ist, hat es vielleicht nur noch nicht probiert. Hier ein paar Tricks, wie es vielleicht doch auf den Geschmack kommt:

  • Futterraufe
  • Chinchillas essen nicht gern vom Boden, daher ist es gut, das Heu in eine Futterraufe oder eine Salatraufe zu geben. Eigentlich sind die dazu gedacht, dass die Chinchillas das Heu von unten rauszupfen, aber das hat sich zu meinen noch nicht rumgesprochen. Nach harten Verhandlungen hänge ich die Raufe jetzt so niedrig auf, dass sie draufhüpfen und von oben fressen können. Achtet darauf, dass sich kein Chinchillabein in der Raufe verfangen kann - eine Salatraufe ist vermutlich am besten geeignet. Die Raufe ist über (naja, eher auf) einem Sitzbrett angebracht, so dass die Heureste nicht auf den Boden fallen.

  • Küchenrollen
  • Auch Chinchillas macht das Essen am meisten Spaß, wenn es lustig ist. Küchenrollen aus Pappe (leere, natürlich, ohne Klebereste und so) sind spaßig, weil man sie zerfleddern kann, und wenn sie mit Heu ausgestopft und vielleicht mit ein paar Leckerchen angereichert sind (ein Stückchen Calcipot oder Rosenblätter oder etwas in der Art), ist es noch viel spaßiger. Die Chinchillas reißen das Heu zwar heraus, aber dabei müssen sie zwangsläufig probieren.

Die richtigen Pellets

Die richtigen Pellets sind zunächst die, die das Chinchilla bekommen hat, ehe es zu euch gekommen ist. Umstellungen bei den Pellets sind heikel, wenn man das nicht langsam genug macht (immer ein paar mehr der neuen Sorte untermischen), gibt's Durchfall, und das wollen wir wirklich nicht. Wenn ihr das Futter wirklich umstellen möchtet, ist es relativ einfach, eine neue Sorte zu finden. Sie muss nur ein paar Voraussetzungen erfüllen.
Zunächst ist es wichtig, eine Sorte zu wählen, die wirklich nur aus Pellets besteht. Mischungen mit anderen Sachen, Möhrenpellets, Gemüseschnipseln, Körnern und so weiter, sind ziemlich in, aber Chinchillas sind nun mal wählerisch und werden in einem Napf mit Pellets das wählen, was sie am liebsten essen. Wenn das Erbsenflocken sind, werden sie ständig den Futternapf auf der Suche nach Erbsenflocken ausräumen. Das ist übrigens auch der Grund, weshalb man Leckerchen nie in den Futternapf tun sollte...

Grundfutter, das ausschließlich aus einer Sorte Pellets besteht, ist also das Mittel der Wahl. Nur welche? Im Prinzip sind fast alle Sorten völlig gleich, sie bestehen aus viel Rohfaser, wenig Fett und haben einen Proteingehalt von etwa 12-18%. Nur Vitakrafts Pellets fallen mit einem deutlich niedrigeren Proteingehalt aus dem Rahmen. Ich bin mir da nicht sicher - heranwachsende und tragende Chinchillas haben einen hohen Proteinbedarf (man spricht von bis zu 18%), aber was ist mit älteren Chinchillas? Ich denke, dass die neuen Vitakraft-Pellets (es sind eigentlich eher runde Kügelchen) für ältere Tiere geeigneter sind als die üblichen Pellets, aber für junge Chinchillas oder zur Zucht sollte man vermutlich eher zu Pellets mit höherem Proteingehalt greifen.
Ach ja, ich füttere zur Zeit die Dehner-Hausmarke. Leider ist nun auch Dehner dazu übergegangen, Gemüseflocken in die eigentlich sehr guten Pellets zu geben. Ich sammle die Flocken vor der Fütterung heraus. Ja, das ist sehr mühsam

Nüsse und andere Dickmacher

Hier wird's besonders heikel. Nüsse, Sonnenblumenkerne und so weiter sind super, Chinchillas lieben sie heiß und innig. Aber sie machen dick, und fette Chinchillas werden sehr schnell kranke Chinchillas. Sollte man sie trotzdem füttern? Ja, sollte man. Nüsse, vor allem aber Sonnenblumenkerne, enthalten viele wertvolle Fette, die für ein schönes Fell und gesunde Haut wichtig sind. Weil sie so energiereich sind, sollte man höchstens zehn bis 15 Sonnenblumenkerne pro Woche spendieren. Und nicht von herzzerreißenden Bettelanfällen irritieren lassen! Ein paar Kerne reichen wirklich aus.

Müsli für Kranke

Nachdem meine chronisch Kranke, Kleines, inzwischen zur Regenbogenbrücke vorangegangen ist, macht diese Kategorie vielleicht gar keinen Sinn mehr. Aber was soll's, vielleicht hilft es ja einem anderen kranken Chinchilla da draußen.
Kleines hatte eigentlich jede Krankheit, die man sich vorstellen kann, seit sie bei mir eingezogen ist. Sie hatte unter anderem Skorbut und Krämpfe. Diese Krämpfe waren schrecklich, sie begannen damit, dass sie die Hinterbeine nachzog, dann hat sie das Gleichgewicht verloren und ist vom Brett gefallen, am Boden lag sie dann zitternd mit weit geöffneten Pupillen. Nach etwa zehn Minuten war der Spuk vorbei, Kleines war zwar noch zittrig und hat sich für den Rest des Abends im Häuschen versteckt, aber dann war es wieder für ein paar Wochen gut. Die Tierärzte wussten keinen Rat, Krämpfe können bei Nagetieren viele Ursachen haben, unter anderem auch Infektionen des Gehirns, Unterzuckerung, Mineralmangel und Vitamin B-Mangel. Eine Infektion konnten wir schnell ausschließen, aber sonst nichts. Bis auf den hervorragenden Rat, mein damals sechs Monate altes Chinchilla einschläfern zu lassen, waren die Tierärzte keine große Hilfe. Geholfen hat schließlich nur ungezuckertes Müsli, ein Teelöffel am Tag. Von da an hat sie nur wieder gekrampft, wenn mir jemand eingeredet hatte, dass Chinchillas von Müsli sterben und ich es abgesetzt hatte - Kleines hat mich jedesmal wieder davon überzeugt, dass sie wahrscheinlich stirbt, wenn sie kein Müsli bekommt. Das Müsli hat auch geholfen, sie am Verhungern zu hindern, als sie Skorbut hatte. Ich denke, die Moral der Geschichte ist, dass man den Tieren einen großen Gefallen tut, wenn man nicht alles glaubt, was über Chinchillas geschrieben steht. Chinchillas sind so unterschiedlich wie Menschen.

Wiesenlieschgras

Heu aus Wiesenlieschgras (auf englisch "Timothy") wird in den USA gern als Chinchilla-Futter verwendet und ist aufgrund seines Rohfasergehalts und seines Gehalts an Mineralien offenbar ziemlich gut für Chinchillas geeignet. Um Wiesenlieschgras hat sich ein kleiner Hype entwickelt (zu spüren allerdings nur in Tier-Newsgroups), denn Wiesenlieschgras soll für ein paar kranke Meerschweinchen, die nicht mehr fressen wollten, die letzte Rettung gewesen sein. Fakt ist, dass das Gras als hochwertiges Futtergras für Pferde gilt, es wird auch hier in Deutschland auf den meisten Weiden ausgesät. Reines Wiesenlieschgrasheu kann man so gut wie nirgendwo kaufen, ich habe es bisher nur aus den USA importiert gesehen und bin nicht davon überzeugt, dass der Nutzen den Import lohnt.

Man kann es aber selbst aussäen. Samen dafür gibt es in guten Gartencentern bei den Blumensamen, die sind unspektakulär billig und ganz einfach anzuziehen, wenn man weiß, wo bei einer Gießkanne das Wasser rauskommt. Achtung, meistens haben die zwei Sorten Gras, einmal Katzengras (den botanischen Namen für die Art, die die dafür verwenden, habe ich leider vergessen), einmal Kleintier- oder Ostergras. Letzteres ist meist das Richtige. Auf der Packung muß "Phleum pratense" oder "Wiesenlieschgras" stehen. Das Gras lebt bei guter Pflege sogar Jahre.
Ich habe einen Balkonkasten voll auf dem Balkon und einen Topf voll in der Küche. Das Zeug wächst natürlich wie Unkraut, so dass ich immer mal wieder was schneide und trockne. Ein Tag in der Sonne genügt, wenn man es gut ausbreitet, ich stecke es dazu in einen Wäschesack und lege es in die Sonne. Auf der Heizung geht das aber genauso gut. Wie man entscheidet, wann es trocken genug ist? Ganz einfach, man nimmt einen Strang Heu und verdreht ihn zu einer Art Seil. Dann läßt man los. Platzt der Strang sofort auseinander und hält gar nicht zusammen, ist das Heu schon zu trocken - mehr Glück beim nächsten Mal. :-) Geht das "Seil" überhaupt nicht auf oder erst nach langer Zeit, ist das Heu noch zu nass. Bleibt das "Seil" eine Weile in Form, während es sich aber schon leicht löst, ist es genau richtig. Natürlich gilt auch hier, dass das Heu auf keinen Fall schimmeln darf. Ich packe es deshalb nach dem Trocknen in eine offene Kiste - für die paar Tage, die meine Tiere brauchen, um es zu verschlingen jedenfalls. :-) Macht den Seiltrick mal mit Heu aus dem Tierladen, dann wisst ihr, wieso Chins selbstgemachtes Heu vorziehen: Das meiste Tierladen-Heu ist viel zu trocken.

Trockenfutter vs Frischfutter

Apropos trocken: Dass Chinchillas nur trockenes Futter fressen sollten, ist ja eine Art Dogma in der Chinchillahaltung. Als Biologin halte ich nicht besonders viel davon. Es wird immer damit argumentiert, dass Chinchillas aus Halbwüsten kommen und deshalb nur trockene Nahrung kennen. Allerdings konnte mir bisher niemand erklären, wie in einer Halbwüste Nachschub an trockener Nahrung entstehen soll, wenn es nie feuchte Nahrung gibt... Trockene Pflanzen entstehen in Halbwüsten, indem frische Pflanzen nach dem Regen (oder in Gebieten mit Grundwasser, Tau oder Wolkendurchzug) sprießen und anschließend vertrocknen. Das bedeutet, dass Chinchillas auch hin und wieder, im Winter und im kurzen Frühling, in Gegenden mit Grundwasser und Sukkulenten mit tiefen Wurzeln und derlei mehr, auch frisches Futter finden. Und ich bin sicher, dass sie sich damit die Bäuche vollschlagen, wenn sie frische Nahrung finden.

Versteht mich nicht falsch, ich propagiere nicht, Chinchillas viel frisches Futter zu geben. Chinchillas sollten sich hauptsächlich von Heu und dann von Pellets und dann erst von anderen Dingen ernähren. Unsere Chinchillas sind überdies alle Abkömmlinge von Pelztieren, die so simpel wie möglich mit Pelletautomaten gefüttert worden sind und sich an diese Fütterung auch angepasst haben. Aber es spricht nichts dagegen, Chinchillas in Maßen frisches Futter zu geben. Im Gegenteil, frisches Futter enthält Vitamine und sekundäre Inhaltsstoffe, die in trockenem Futter nicht mehr enthalten sind. Menschen brauchen diese Stoffe, um gesund zu bleiben, und es wird vermutet, dass vor allem sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe wichtig sind, um Krebs vorzubeugen und das Immunsystem am Laufen zu halten (denkt an die Five-A-Day-Kampagne). Es ist schwer vorstellbar, dass Chinchillas diese Stoffe nicht brauchen, und ich kann mir nur vorstellen, dass die älteren Fütterungsempfehlungen aus einer Zeit stammen, als Chinchillas nach ein paar Jahren gepelzt wurden. Da machte es nichts aus, wenn Chinchillas keine besonders hohe Lebenserwartung hatten. Da wir unsere Haustiere aber viele Jahre lang behalten möchten, ist es meiner Meinung nach an der Zeit, die Fütterungsempfehlungen zu überdenken.

Ich habe sehr gute Erfahrungen mit frischen Kräutern gemacht (in Maßen natürlich) und glaube deshalb, dass Chinchillas nicht so empfindlich sind, wie viele Leute glauben. Deshalb verfüttere ich Wiesenlieschgras (und Löwenzahn und so weiter) auch frisch. Moppel ist wirklich kein mäkeliger Esser, aber was passiert, wenn sie frisches Wiesenlieschgras bekommt, kann ich in einem öffentlichen Forum eigentlich nicht schreiben. Sie *schlingt*. Sie stopft sich die Backen voll und mampft darauf rum, dann bettelt sie mit vibrierenden Barthaaren um mehr und hüpft auf und ab, wenn ich trotz ihres Bettelns Anstalten mache, das Zimmer zu verlassen. Schlimm, wenn man ein süchtiges Chinchilla in der Obhut eines grausamen Pflegers ist. Hehe.

Kräuter und Co.

Das sind die wahren Leckerchen - hier kann man sich wirklich austoben. Kräuter kann man natürlich auch im Garten pflücken und trocknen, aber wer wie ich in einer Gegend wohnt, in der alles, was nicht an einer viel befahrenen Straße liegt, gespritzt wird, freut sich über das inzwischen sehr reichhaltige Angebot diverser Futtermittelfirmen. Weil das so viel ist, habe ich es aufgelistet.

 

  • Petersilienstengel
    Die gibt's z.B. von Amora. Petersilie enthält Vitamin C. Leider mag Kleines das überhaupt gar nicht, dafür entwickelt Moppel Staubsaugerqualitäten, wenn ich ihr die Stengel anbiete. Moppel ist ein braves Chinchilla.
  • Mariendistel
    Wer sich scheut, die pieksigen Dinger zu schneiden und zu trocknen oder wer, wie ich, zu wenig davon finden kann, freut sich sicher über das Angebot von Vitakraft. Ich achte immer darauf, dass ich eine Tüte finde, in der noch möglichst viele große Blätter sind, das ist für beide Chins ein echter Leckerbissen.
  • Brennessel
    Wie alle pieksigen Dinge scheint auch das super zu schmecken.
  • "Blütenwiese"
    Die Hausmarke von Dehner, der Gartencenter-Kette. Die Mischung enthält Heu und Ringelblumen und wird von meinen Tieren gern genommen.
  • "Allgäuer Frischgraskops"
    Das ist gepresstes Gras, super zum Knabbern. Wird von "Bunny" hergestellt und ist bei manchen Tierhandlungen zu kriegen. Online kann man es über Zoo Höfler bestellen.
  • Apfelpellets
    Toll zum Knabbern und offenbar auch ziemlich lecker.
  • Vitakraft-Kräuter allgemein
    Das Angebot an Kräutern ist inzwischen sehr groß, nicht alles ist offenbar lecker. Meine Chins mögen hin und wieder grünen Hafer, grünen Mais (die Blätter) und Spitzwegerich.
  • Löwenzahnwurzel
    Harte, getrocknete Wurzeln, sehr beliebt und bestimmt gut für die Zähne

Zweige

Zweige sind wichtig, damit die Tiere ihre Zähne abnutzen können. Aber die Rinde ist außerdem ein wichtiger Nährstofflieferant, sie enthält sehr viele wertvolle sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe. Ihr seht das unter anderem daran, dass sich der Urin der Chinchillas rötlich verfärbt, wenn ihr viele Zweige füttert. Deshalb bin ich dafür, Chinchillas viele frische Zweige zu geben. Vergesst die getrockneten Dinger aus dem Zoohandel, darin ist fast nichts Gutes mehr enthalten.

Wenn ihr einen großen Garten habt, ist es natürlich sehr einfach, an gute Zweige zu kommen. Geeignet sind Obstzweige, solange es sich nicht um Steinobst wie etwa Kirsche handelt, Apfel etwa ist sehr beliebt. Birke ist prima, Weide, Haselnuss, angeblich auch Buche, aber das habe ich noch nie probiert. Bevor ihr die Zweige verfüttert, solltet ihr die Blätter grob abstreifen und die Zweige auch waschen, wenn sie schmutzig erscheinen oder in Bodennähe gewachsen sind (weil Chinchillas nasse Pfötchen hassen, trockne ich die Zweige auch noch liebevoll ab, aber naja, ich bin eben auch sehr gut erzogen, wahrscheinlich kann man sich das auch sparen :-) ). Knospen und Stiele können dranbleiben, als Faustregel kann man sich merken, dass so viel Grünes dranbleiben darf, wie ihr üblicherweise Grünfutter gebt.
Denkt bitte daran, dass ihr Weidenäste nicht abschneidet, wenn sie blühen, denn Weiden sind die allerersten Frühblüher und als Weide für wilde Bienen sehr wichtig. Und ehe ihr im Wald Zweige abschneidet, sprecht einfach mal mit dem Förster oder dem Eigentümer des Waldes, der zeigt euch sicherlich, wo ihr zum Beispiel Birkenzweige bekommen könnt (Birken sind oft "Unkraut" in Schonungen). Ansonsten reagieren Waldbesitzer recht empfindlich auf Leute, die ihre Bäume verstümmeln. Alle, die ich kenne, haben mir aber mit Freuden ihre Birken geschenkt, also versucht es einfach mal. Herumliegender Baumschnitt auf Obstwiesen oder am Rand von Waldwegen ist normalerweise eine sehr gute Quelle, denn der Schnitt landet meistens auf dem Osterfeuer oder im Kompostwerk.
Wenn ihr weder einen Garten, einen Wald mit nettem Förster oder nette Nachbarn mit viel Grünschnitt habt, seid ihr auf Märkte angewiesen. Am Blumenstand gibt es vor allem im Frühjahr und Winter sehr oft Zweige von Weide, Birke und Hasel, die man nach einer Wäsche meist unbedenklich verwenden kann.

Kalzium

Da Chinchillazähne ständig nachwachsen, brauchen sie viel Kalzium. Chinchillazähne sollten eine kräftige, ins Orange gehende Färbung haben, weiße Zähne sind bei Chinchillas kein Schönheitsmerkmal, sondern Ausdruck von Mangelernährung. Kalk ist meistens nicht in ausreichender Menge im Futter enthalten, deshalb sollte man Kalksteine zum Nagen in den Käfig legen. Jeder handelsübliche Kalkstein ist im Prinzip geeignet. Zusätzlich dazu gebe ich noch eine halbe Tablette Calcipot aus der Apotheke pro Nase und Woche, das ist ein Kalkpräparat, das nach Kakao schmeckt und offenbar echt lecker ist. Naja, ich gebe zu, ich mag's auch. ;-)

Natürlich ist das nicht alles. Wie gesagt, beschränke ich mich hier nur auf die Dinge, die man nicht schon tausendmal woanders gelesen hat. Wir alle wissen sicherlich, dass Chinchillas Salzlecksteine , Ytong-Steine und derlei mehr brauchen, wir alle wissen, dass es noch zig mögliche Kräutermischungen und Leckerchen wie Salzstangen, Apfelchips, Mangochips und so weiter gibt. Deshalb führe ich das nicht weiter aus, dazu gibt es viele gute Seiten im Netz, die ich auf meiner Link-Seite aufgelistet habe.




 
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